Gemeinsam sind wir unschlagbar ...

Freundinnen…Gemeinsam sind wir unschlagbar….

Frauenfreundschaften…

Zu meinem Geburtstag habe ich von einer lieben Freundin ein wundervolles Buch geschenkt bekommen mit dem Titel „Freundinnen – Gemeinsam sind wir unschlagbar…“, von Ute Karen Seggelke.
Die darin enthaltene Widmung sowie das Vorwort des Buches haben mich sehr berührt und mir die Tränen in die Augen gedrückt, Tränen der Freude, der Erinnerung, der Liebe und auch der Wehmut. Mir fehlen all meine Freundinnen, und zwar unvorstellbar sehr!
Ich bin eine Frau und kann deshalb nur von Frauenfreundschaften sprechen und erzählen. Ganz wenige hatte ich in Jugendzeiten, und selbst diese hielten sich sogar über meine Abwesenheit in Kärnten hinweg. Einige entwickelten sich in Kärnten und viele festigten sich erst durch die Trennung von meinem Mann, da ich erst da wieder „frei“ wurde. Im Zuge der Trennung zog ich nach ein paar Monaten um und musste damit nicht nur mein von mir so liebgewonnenes Stück Erde zurücklassen, sondern auch tiefe Freundschaften. Ich konnte und wollte damals nicht mehr in einem Umfeld von bösartigen Verleumdungen leben, also zog ich weg, nach Perchtoldsdorf.

Meine Familie hat mich hier wunderbar aufgefangen und aufgenommen, obwohl in den vergangen Jahren der Kontakt immer schlechter und dürftiger geworden war. Jeder hat mir sofort seine Kontakte zur Verfügung gestellt und mich mit eingeladen und vorgestellt. Meine alten Kontakte habe ich auch reaktiviert und mit mir war mir sowieso noch nie langweilig. Aber was wirklich fehlt, das sind diese besonderen Freundschaften. Freundschaften, die einen alles durchstehen lassen und ohne die ich auch das vergangene Jahr, besonders die Zeit der Trennung, nicht so gut übertaucht hätte. Nun, die Freundschaften sind ja nicht verloren gegangen, im Gegenteil, die haben sich vertieft und gefestigt, aber die Freundinnen sind halt sooo weit weg!

Richtige Frauenfrauenfreundschaften lernte ich erst in Kärnten kennen, damals durch Susanne Axmann. Bis dahin konnte ich Frauenfreundschaften gar nicht viel abgewinnen. Das lag daran, dass ich generell kein sehr positives Bild von Frauen hatte – nicht gut für eine Frau, schon alleine deshalb, weil sie eben selbst eine Frau ist! Meine Jugend verbrachte ich deshalb hauptsächlich mit Freundschaften mit Jungs und nur ganz wenigen Freundschaften mit Mädels.
Durch Susanne und ihr Umfeld durfte ich Qualitäten an Frauen und Frauenfreundschaften kennenlernen, die mir bis dahin noch verschlossen waren – eine neue Welt tat sich auf! Eine wundervolle Welt, voller Kraft, Freude, Kameradschaft, Liebe, Vertrautheit, Zusammenhalt und Leichtigkeit! Großartig, bereichernd und stärkend war das! Es ergaben sich danach weitere Freundschaften, manche ebenso tief, andere weniger, jede mit ihrer eigenen Qualität.
In meiner Ehe gingen diese leider verloren und neue ergaben sich nicht. Warum? Ich hatte mich in dieser Ehe selbst verloren, war wie ein hypnotisiertes Karnickel auf meinen Ehemann fixiert und vernachlässigte die Freundschaften sträflich. Bestätigt auch noch durch seine mir damals so glaubhaft erscheinende Aussage, dass Freundschaften nur Zweckbeziehungen seien, ohne die man auszukommen lernen müsse. So war ich noch mehr auf ihn fixiert und reduziert. Dabei sind Freundschaften nie eine Konkurrenz zur Partnerschaft, im Gegenteil, sie nehmen der Partnerschaft viel ab. Was man mit einer richtigen Freundin bespricht, braucht man mit dem Partner nicht mehr durchzudiskutieren. Die Kraft, die einem diese Freundin gibt, muss der Partner nicht mehr geben. Die Tränen, die die Freundin aufgefangen hat, muss er nicht mehr trocknen. Eine Freundin gibt der anderen Kraft, Vertrauen, Liebe und teilt mit ihr oftmals Dinge, die sie mit dem Partner nicht teilt. Und das ist gut und richtig, es dient allen Beteiligten (und gerade auch den nicht Beteiligten).

Wenn ich mich mit einer Frau treffe, dann verbinde ich mich damit automatisch mit meiner weiblichen Kraftquelle. Würde ich das nicht tun, dann schneide ich mich selbst von dieser Quelle ab. Ja, ich kann viel in mir finden, in dem göttlichen Ursprung. Aber wenn ich schon so „fertig gebacken“ wäre, dass ich auf den Kontakt, die Interaktion verzichten könnte – würde ich dann hier in dieser Hülle auf dieser Erde sitzen? Wohl eher nicht. Und selbst wenn ich so „fertig gebacken“ wäre – die Schöpfung ist da, um aus ihr zu schöpfen, mit ihr zu interagieren. Man kann nie auslernen, es gibt so unendlich viel zu entdecken, zu erforschen, auszuloten, auszuprobieren, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, das Herz darin zu verlieren, sich die Finger dabei zu verbrennen, im Freudentaumel dabei zu tanzen oder einen Strom von Tränen zu vergießen….dann fließt es, dann ist es in Bewegung, dann ist Schöpfung lebendig, denn nur durch Bewegung entsteht Leben!

Ich wünsche euch allen viele wunderbare Erlebnisse mit euren Freunden und Freundinnen! Pflegt sie, erfreut euch an ihnen, lacht und weint gemeinsam, stellt gemeinsam die Welt auf den Kopf – denn gemeinsam sind wir wirklich immer unschlagbar!!
In Freundschaft und Liebe,
eure Sabine
PS: liebe Martina, von Herzen Danke für das wunderbare Buch und Deine Freundschaft!

 

12 Gedanken zu „Freundinnen…Gemeinsam sind wir unschlagbar….

  1. Wie recht du hast, liebe Sabine. Ich habe wenige, dafür umso innigere Freundinnen und sogar einen besten Freund. Meine längste Freundschaft hält schon seit meiner Volksschulzeit. Einen schönen Beitrag hast du da geschrieben.

    Herzliche Grüße,

    Caroline

    1. Liebe Caroline,
      danke für die lieben Zeilen! Ja, meine älteste Freundschaft ist auch noch aus der Volkschulzeit. Schade, dass es nicht mehr sind. Es ist so spannend und bereichernd sich gegenseitig im Laufe eines Lebens zu begleiten und die verschiedenen Wege zu betrachten.
      alles Liebe dir, Sabine

      1. Ja, liebe Sabine, ich habe alle wichtigen Lebensschritte mit meiner Volksschulfreundin miterlebt. Schulzeit, Studium, Promotion, Hochzeit. Jetzt hat sie selbst schon ein Kind, und ich darf erleben, wie ihre Tochter aufwächst und gedeiht. Ein tolles Gefühl, voller Liebe und Zuneigung. Sie lebt jetzt leider seit einiger Zeit in Linz und ist Ärztin, daher sehen wir uns leider nicht so oft, wie ich es gerne würde.

        Alles Liebe auch dir,

        Caroline

  2. liebe Sabine,

    oh wie sehr ich das auch so sehe <3

    Danke für diese tiefe Reflexion einer dichten Zeit…

    Ich weiß gar nicht, was ich ohne dieses Netzwerk an Frauen und Männern in meinem Leben die letzten 20 Jahre gemacht hätte. So bin ich einfach dankbar, sie um mich zu wissen, einerseits selber da zu sein – und andererseits auf diese Menschen, die das Netz bilden, zu zählen.

    Jetzt in der Laising-Ausbildung erlebe ich wieder, wie genial auch so eine Art von Gruppenwesen ist, das entsteht, wenn Menschen miteinander sind und sich austauschen. Wenn die Vielfalt wertvoll wird und nicht Konkurrenz ist. Ich bewege mich in reinen Frauengruppen und in gemischten Gruppen – und beides hat viel für mich.

    Eine Umarmung für dich – wie schön, dass es dich gibt, wunderbares Wesen du <3

    Lisa

    1. Liebe Lisa,
      ja, so ein Netzwerk ist unheimlich wichtig. Vieles kann und soll man alleine machen, aber vieles entsteht erst durch Zusammenarbeit, ist dann erst möglich. Und es ensteht oft manches erst dadurch, dass verschiedene Inputs aufeinander- und zusammentreffen. Ist oftmals unglaublich mitzuerleben, was für eine Dynamik sich da entwickeln kann! Ich liebe diese Prozesse, wo dann die Funken nur so sprühen und man das Gefühl hat, nicht nur mitten in der Schöpfung zu stehen, sondern sie wirklich voll und ganz zu sein….
      Ich umarm Dich ganz herzlich,
      Sabine

  3. ich freue mich so sehr für dich, liebe Sabine…ich wünsche dir Glück, Erfüllung, LIEBE und wunderbare Freundschaften die dich weitertragen, auf deinem Weg….von ganzem HERZEN….Heike (kärnten)

    1. Liebe Heike,
      ganz lieben Dank für Deine schönen Wünsche! Ja, viele Türen wurden geschlossen, manche blieben offen und leuchten bis zu mir, und einige Neue werden sich auftun und haben sich auch schon aufgetan. Nichts im Leben bleibt ewig so wie es ist. Das ist zwar nicht immer „bequem“, aber spannend allemal :-)!
      Herzensgrüße zurück aus Perchtoldsdorf nach Kärnten,
      Sabine

  4. Liebe Sabine, danke für deine Zeilen. Ich habe auch vor 4 Jahren meine Kinder und meine Freunde zurück gelassen. Ich muss auch sagen ich habe durch meinen Umzug keine Freunde verloren, im Gegenteil ich empfinde diese Freundschaften intensiver als je zu vor.
    Meine Freunde haben mich zwar jedes Jahr hier besucht und meine Kinder haben mich alle Viertel Jahre besucht, aber sie fehlen mir alle so sehr.
    Jetzt nach 4 Jahren habe ich mein Haus hier wieder verkauft und ziehe Ende Mai wieder zurück in die Nähe meiner Kinder und meinen Freunde. Das Leben ist auch zum lernen da und so darf man auch Fehler machen um daraus zu lernen. Wenn man dann zurück schaut muss man erkennen, das die Fehler die man gemacht hat , das Geschenkpapier für die Erkenntnis daraus ist.
    Dir alles Liebe,
    herzliche Grüße,
    Evi

    1. Liebe Evi,
      das hast du wirklich schön gesagt! Wie oft gefällt uns das Geschenkpapier nicht und wir verurteilen das Geschenk deswegen. Dabei sollte uns die Erfahrung lehren, dass – egal wie das Geschenkpapier aussieht, es immer Geschenke sind. Solange es uns gut geht, sind wir uns dessen bewusst und können dem voll zustimmen. Aber an den dunkelgrauen Tagen starren wir einfach nur auf das Geschenkpapier – und sind frustriert, beleidigt, gekränkt, verzweifelt oder was auch immer. Ich finde das super, dass du diese Entscheidung getroffen hast. Und es wird heute, nach den 4 Jahren, ein anderes Bewusstsein im Zusammensein mitschwingen als vor 4 Jahren, denn nichts ist umsonst.
      Alles, alles Liebe dir,
      von Herzen, Sabine

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